Steuerrecht in Belgien

Das Steuerrecht in Belgien unterscheidet sich in vielen Punkten von dem deutschen Steuerrecht. Wie in Deutschland kennt man auch in Belgien die Einkommensteuer, die Körperschaftsteuer und die Umsatzsteuer. Wir sind darauf spezialisiert, deutsche Unternehmen zum belgischen Steuerrecht zu beraten.

Beim Aufbau einer Marktpräsenz in Belgien kommen zwangsläufig steuerliche Erwägungen zum Tragen. Diese Erwägungen sind bei der Auswahl Ihrer Markterschließungsmöglichkeiten in Belgien zu berücksichtigen. Zum Glück sind auch Ihre steuerrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit Ihren belgischen Aktivitäten bei uns in guten Händen.

Das Steuerrecht steht außerdem in engem Zusammenhang mit anderen Rechtsgebieten wie dem Gesellschafts-, Handels– und Arbeitsrecht, und die steuerlichen Folgen bestimmter gesellschafts- oder arbeitsrechtlicher Entscheidungen spielen oft eine entscheidende Rolle. Unser multidisziplinäres Team führt Sie durch diese Rechtsgebiete und hilft Ihnen, eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Euregio Tax

Um Sie steuerrechtlich optimal beraten zu können, hat unsere Kanzlei in den letzten Jahren ein Team von erfahrenen Steuerberatern unter der Leitung von Steuerrechtlerin Sofie Jacobs zusammengestellt. Unser Steuerteam ist auf die steuerliche und finanzielle Beratung spezialisiert, insbesondere in Bezug auf die grenzüberschreitende Besteuerung, das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Belgien und Deutschland, die Gründung und Struktur von Tochtergesellschaften und Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen, die innergemeinschaftliche Mehrwertsteuer, Salary Splits, Transfer Pricing und Übernahmetransaktionen.

Darüber hinaus unterstützen wir Sie bei Diskussionen oder Streitigkeiten mit den Steuerbehörden. Unser Netzwerk zu den örtlichen Finanzbehörden ermöglicht uns eine schnelle und kompetente Beratung. Auch bei schwierigen Sachverhalten können wir dank unserer langjährigen Kooperation mit den Behörden schnell helfen.

Durch die Kombination unseres juristischen und steuerlichen Fachwissens können wir deutsche Unternehmer, die in Belgien tätig sind, umfassend unterstützen.

Einkommensteuer in Belgien

Wenn Sie als Arbeitnehmer in Belgien tätig sind, wird Ihr Gehalt im Rahmen der persönlichen Einkommensteuer besteuert. Der belgischen Einkommensteuerpflicht unterliegen grundsätzlich alle in Belgien ansässigen natürlichen Personen, aber es gibt auch eine beschränkte Steuerpflicht für natürlichen Personen, die nicht in Belgien ansässig sind, jedoch dort Einkünfte erzielen. Ausnahmen werden im Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) zwischen Deutschland und Belgien geregelt.

Die Einkommenssteuer unterliegt in Belgien einem progressiven Steuersatz und hängt daher von der Höhe des zu versteuernden Einkommens ab. Von dem zu versteuernden Einkommen bleibt ein Grundfreibetrag steuerfrei. Einkommen, das über dem Grundfreibetrag liegt, muss versteuert werden, aber es existieren verschiedene Abzugsmöglichkeiten und Steuerermäßigungen. Es muss eine Steuererklärung abgegeben werden nach Ablauf des Kalenderjahres.

Körperschaftsteuer in Belgien

Entscheiden Sie sich hingegen für eine Gesellschaft, wird der erwirtschaftete Gewinn der Gesellschaft nach dem System der Körperschaftsteuer besteuert. Auch Personengesellschaften unterliegen in Belgien – anders als in Deutschland – der Körperschaftsteuer. Gleiches gilt für belgische Betriebsstätten deutscher Unternehmen, sowie für Kapitalgesellschaften.

Der Körperschaftsteuersatz beträgt grundsätzlich 25 Prozent, aber unter bestimmten Voraussetzungen wird sie auf 20 Prozent reduziert. Darüber hinaus gibt es in Belgien zahlreiche Anreize, die den Steuersatz noch weiter abmildern. In Belgien gibt es obendrein, im Gegensatz zu Deutschland, keine separate Gewerbesteuer. Alle Gesellschaften, egal aus welcher Industrie, zahlen die gleiche Körperschaftssteuer. Auch für die Körperschaftssteuer muss eine Steuererklärung abgegeben werden nach Ablauf des Kalenderjahres.

Umsatzsteuer in Belgien

Die korrekte umsatzsteuerliche Einordnung von grenzüberschreitenden Warenlieferungen und Dienstleistungen ist aufgrund der komplexen Regelungen und diverser nationaler Abweichungen ein kompliziertes Unterfangen. Fehler bei der umsatzsteuerlichen Einordnung von grenzüberscheitenden Sachverhalten sowie bei der Erbringung von Belegnachweisen können im Rahmen einer Betriebsprüfung zu einer Nacherhebung der Steuern sowie Strafzahlungen führen.

Auf (fast) jeden getätigten Umsatz (Warenverkäufe, Dienstleistungen usw.) wird Umsatzsteuer (oder auch Mehrwertsteuer genannt) fällig. Der allgemeine Satz in Belgien ist 21 Prozent. Die meisten Unternehmen sind dazu verpflichtet, ihren Kunden diese Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. Im Rahmen der regelmäßigen Umsatzsteuererklärungen muss diese dann an das Finanzamt überwiesen werden. Bei kleinerem Umsatz muss dies ein Mal pro Quartal, bei größerem Umsatz ein Mal pro Monat. Natürlich dürfen Unternehmen die Umsatzsteuer, die ihnen wiederum von anderen Unternehmen in Rechnung gestellt wird, von ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Finanzamt selbst abziehen.

Die Umsatzsteuer kann gerade in grenzüberschreitenden Situationen zu Diskussionen führen. In der Tat gelten für grenzüberschreitende Umsätze besondere Umsatzsteuervorschriften. Für die meisten Umsätze beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen an Unternehmen gilt beispielsweise die Verlagerung der Steuerschuldnerschaft, so dass Sie auf Ihrer Rechnung keine Mehrwertsteuer ausweisen müssen. Es gibt jedoch auch Ausnahmen von dieser Regel. Im Falle einer Lieferung an einen Endverbraucher sollten Sie prüfen, welcher Steuersatz gilt.

Wir helfen Ihnen bei der umsatzsteuerlichen Einordnung Ihrer Geschäfte in Belgien, beantragen eine Umsatzsteuernummer in Belgien und informieren Sie über die notwendigen Meldepflichten sowie über die ordnungsgemäße Erbringung von Buch- und Belegnachweisen.

Besteuerung von Grenzpendlern zwischen Belgien und Deutschland

Darüber hinaus kann eine Entsendung oder eine grenzüberschreitende Beschäftigung erhebliche steuerliche Auswirkungen für die beteiligten Arbeitnehmer haben. Durch die bilateralen Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung soll weitgehend verhindert werden, dass ein Steuerpflichtiger in zwei Staaten für denselben Steuergegenstand mit einer vergleichbaren Steuer doppelt belastet wird.

Für die Einkommensbesteuerung von Arbeitnehmern gilt der Grundsatz, dass Einkünfte nur in dem Staat besteuert werden, in dem die Tätigkeit, aus der die Einkünfte herrühren, ausgeübt wird. Es existieren jedoch mehrere Ausnahmen von diesem Grundsatz, die dazu führen, dass der Wohnsitzstaat die Einkünfte besteuern darf. Neben der Sonderreglung für Grenzpendler, ist die 183-Tage-Regelung eine wichtige Ausnahme vom Grundsatz des Tätigkeitsstaates. Entscheidend für die Errechnung der 183 Tage ist die Anzahl der Aufenthaltstage. Zudem gilt für Belgien die Besonderheit, dass für die Berechnung der Tage übliche Arbeitsunterbrechungen mitgezählt werden. Daraus folgt, dass z.B. Tage wie Samstage, Sonntage, Krankheits- und Urlaubstage, auch wenn sie nicht im Tätigkeitsstaat verbracht werden, mitzuzählen sind, soweit sie auf den Zeitraum der Auslandstätigkeit entfallen.

Werden gleichermaßen aus Deutschland und Belgien Tätigkeitseinkünfte bezogen, so muss in einem ersten Schritt die steuerrechtliche Ansässigkeit ermittelt werden. Die Kriterien für eine steuerrechtliche Ansässigkeit von natürlichen Personen in Belgien sind grundsätzlich erfüllt, wenn sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen (z.B. Wohnsitz der Familie) in Belgien befindet. Bei steuerlicher Ansässigkeit in Belgien, unterliegen natürliche Personen mit ihrem Welteinkommen der belgischen Einkommensteuer.

Nichtdestotrotz kann es zu Situationen kommen, in denen Arbeitnehmer in verschiedenen Ländern Steuern zahlen müssen. So kann es sein, dass der Arbeitnehmer auf Grund des        Einkommensteuer zahlen muss für die Tage die er in Belgien arbeitet. Es gilt dann eine Lohnsteuerfreistellung für die belgischen Arbeitstage in Deutschland und im Rahmen der deutschen Steuererklärung müssen die auf Belgien entfallenden Einkünfte unter dem sogenannten Progressionsvorbehalt angegeben werden. Die Freistellung wird jedoch nur gewährt, wenn ein Nachweis der Besteuerung in Belgien (z.B. der belgische Steuerbescheid) erbracht wird. Diese Situation wird als Salary Split bezeichnet, was verwaltungstechnisch schwierig sein mag, aber steuerlich interessant sein kann. Wir helfen Ihnen beim administrativen Teil, damit Sie und Ihre internationalen Mitarbeiter in den Genuss der steuerfreundlichen Behandlung des Lohns kommen.

Wir beraten Sie in internationalen Steuerangelegenheiten

Am liebsten befassen wir uns mit grenzübergreifenden Situationen. Wir erklären Ihnen, in welchem Land Sie Steuern zahlen müssen, welche Umsatzsteuer Sie anwenden sollten und was es sonst steuerrechtlich alles noch zu bedenken gibt. Unsere Kanzlei setzt sich mit diesen Belangen für Sie kritisch und allumfassend auseinander.

Wenn Ihr Unternehmen in verschiedenen Ländern tätig ist, besteht die Gefahr, dass sich verschiedene Länder für die Erhebung von Steuern auf dieselbe Einkünfte für zuständig erklären. Die Frage, in welchem Land Ihr Unternehmen besteuert wird, hängt hauptsächlich von der Art des Verkaufsmodells in Belgien ab. Das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Belgien und Deutschland ist dabei entscheidend. Das DBA enthält Regelungen für die Zuweisung des Besteuerungsrechts sowie zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung. Ein wichtiges Beispiel aus der Praxis betrifft die Frage nach dem Vorhandensein einer Betriebsstätte in Belgien. Wenn Ihr deutsches Unternehmen beispielsweise Mitarbeiter in Belgien beschäftigt, dort ein Bauprojekt startet, ein Lagerhaus kauft oder ein Büro mietet, besteht die Gefahr, dass die belgischen Steuerbehörden dies als Betriebsstätte betrachten. Infolgedessen wird Belgien die Einkünfte aus dieser Betriebsstätte besteuern, während die deutschen Steuerbehörden versuchen werden, dasselbe zu tun. Dies würde bedeuten, dass Sie eine doppelte Steuer zahlen müssten, was natürlich vermieden werden soll. Wir können Sie über die Steuergesetzgebung der verschiedenen Länder beraten und sicherstellen, dass eine Doppelbesteuerung vermieden wird. Falls erforderlich, können wir Sie auch in einem Gerichtsverfahren unterstützen.

Auch bei der Gründung Ihrer belgischen Tochtergesellschaft und bei der Ausarbeitung Ihrer Transfer Pricing Politik können wir Ihnen helfen, die steuerlich günstigste Lösung für Ihre Unternehmensstruktur zu finden. Wenn Sie in Belgien ein Unternehmen kaufen möchten, können wir Sie bei diesem Prozess begleiten und sicherstellen, dass Sie keine steuerlichen Überraschungen erleben. Auch hier gehen Gesellschafts- und Steuerrecht Hand in Hand, da ein Erwerb nur dann steuerlich neutral sein kann, wenn die gesellschaftsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Außerdem unterliegt eine Anteilsübernahme (Share Deal) einer völlig anderen Steuerregelung als die Übernahme des zugrunde liegenden Vermögenswerts (Asset Deal).

Dank unseres multidisziplinären Ansatzes können wir außerdem jederzeit unsere Partner aus der Finanzberatung hinzuziehen. Bei Fusionen, Übernahmen und Umstrukturierungen beispielsweise ist es wichtig, dass das Unternehmen richtig bewertet wird, und es stellt sich auch die Frage, wie die Transaktion finanziert werden kann. Hierfür arbeiten wir eng mit einem Finanzberater zusammen, um eine effiziente und kundenorientierte Lösung zu garantieren.

In Bezug auf steuerrechtliche Angelegenheiten in Belgien sind Sie bei uns also an der richtigen Adresse. Ob Umsatz-, Körperschafts- oder Einkommenssteuer, bei uns sind Ihre steuerlichen Fragen in guten Händen. Wenn Ihre Angelegenheit dies erfordert, beraten wir uns mit Ihren deutschen Steuerberatern oder schalten wir einen Spezialisten aus unserem eigenen Netzwerk ein.

Unser Fachanwalt für Steuerrecht

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